Plastiklüge - Greenwashing

Der eine Supermarkt spart xxx Tonnen an Plastik im Jahr, der andere verzichtet auf Plastik und dann gibt es noch die gefährlichen Multis, die in "Bio-Plastik" einpacken.
Alles in allem ein großer und gefährlicher Schwindel. 

Doch sehen wir und die beiden Gruppen der Schwindler an.
Beginnen wir bei den "wir sparen so viel Plastik ein" Freunden:


Da ist die Rede von hunderten Tonnen die eingespart werden und dann zeigen sie uns eine Gurke, die ohne Plastik daherkommt und dafür gelasert wurde. So nebenbei ist in der Landwirtschaft bekannt, wie man durch Außeneinwirkung einen Organismus beeinflussen kann. Ich möchte keinen Strichcode auf der Schale meiner Früchte! Aber das ist ein extra Thema.

Ihr Eindruck täuscht sie nicht. Es hat sich so ziemlich gar nichts getan! Die Zeitschrift "Der Konsument" hat in seiner jährlichen Plastikbilanz wieder alle Unternehmen getestet und das Ergebnis heuer sieht so aus:


Ganz im Gegenteil zu den Versprechen der Werbung haben die großen Supermarktketten sogar noch mehr Plastik in die Regale gelegt. Es ist geradezu eine Verhöhnung der Konsumenten und eigentlich gehört so etwas ja gerichtlich bestraft.
Wie kann man behaupten, man spare Plastik ein und verpackt dann sogar noch mehr darin...
Aber die Marketing- und Rechtsexperten der großen Konzerne sind ja nicht dumm und die Slogans lauten ja: "100 Tonnen eingespart". Das wird vielleicht stimmen, aber es müsste heißen: "Wir haben 100 Tonnen eingespart und produzieren aber weiterhin 1.000.000 Tonnen..."


Manchmal glauben die Verantwortlichen sie haben es nur mit dummen Leuten zu tun. Auf der Vorderseite des Prospekts der "Greenwashing"-Slogan (zum Bioplastik dann später) und auf der Innenseite dann das Aktionsangebot:

- Paradeiser in Plastikschalen
- Mineralwasser in Plastikflaschen
- Waschmittel in Plastikflaschen
- Fruchtsäfte in (nach Glas aussehenden) Plastikflaschen

von der Küchenrolle reden wir ja gar nicht erst.
Einzig die Bananen - die wollen es nicht so gerne in Plastik - daher hat man ihnen eine Plastikschleife umgebunden...
Auf der ganzen Seite befindet sich kein Produkt ohne Plastik - obwohl es genau bei diesen Artikeln bereits Alternativen gibt...


Diese Alternativen sehen wir dann bei der "Mutter" des REWE Konzerns. Ein Merkurprospekt zeigt, dass man es ganz einfach nicht ernst nehmen mag. Wobei hier interessanterweise die Lüge neben der Lösung steht:


Ist das nicht spannend. Links die Plastikprodukte und rechts alle Produkte in Glasflaschen...
Was will man uns damit sagen? Trinkt lieber Alkohol? "Saufen" rettet die Welt?

Natürlich ist der Grund der, dass man bei den teureren Produkten halt den einen oder anderen Cent den die Glasverpackung mehr kostet halt "kalkulieren" kann. Das fällt dem Kunden nicht so auf. 

Obwohl bei einem Literpreis von einem Euro sowohl beim Bier als auch beim Sodawasser mit ganz wenig Farbstoff beginnt man dann doch nachzudenken. Die Bierherstellung ist wohl aufwändiger als ein Mineralwasser (rinnt gratis aus der Quelle) mit 1% Farbe und 1% Aroma zu versetzen. Ein Schelm der da an Profit denkt...

Die zweite Greenwashing-Kampagne ist die weitaus gefährlichere Aktion für unsere Umwelt!
Bioplastik!
So vermittelt man uns sei nun das Material in dem die Produkte nun manchmal verpackt sind.
Was steht da dahinter?

Ein findiger japanischer Hersteller - die Firma Futamura - hat eine Folie erfunden, die NaturFlex heißt.
Diese Folie entspricht den (von der Lobby beeinflussten) Kriterien der EU.
90% der Verpackung müssen innerhalb von 10 Wochen unter bestimmten Bedingungen abgebaut worden sein. Diese Bedingungen erreichen wir nur nie. In den Kompostieranlagen wird schon nach 1 Woche weitergearbeitet und diese Folien mühsam ausgesiebt. Siehe auch unseren Bericht in diesem Blog.
Sie werden daher verbrannt.
Der Originaltext im Gesetz lautet:  "Nach 12 Wochen Kompostierung dürfen nicht mehr als 10 % Rückstände bezogen auf die Originalmasse in einem 2 mm Sieb zurückbleiben."

Das wir das sowohl vom Zeitfaktor nicht können als auch zuhause von den Möglichkeiten nicht schaffen ist klar. Zusätzlich schlummert das Detail beim Wortlaut "10%".
Was ist mit diesen 10%?
Meist werden den Folien dann eben 10% normales Plastik beigemischt, denn nur das lässt sich bedrucken und noch wichtiger "schweißen".
Die Säckchen werden ja alle verschweißt und das braucht eben einen kleinen Anteil an Kunststoff.

Werfen wir nun das Säckchen in den Restmüll erhöhen wir den nicht-recycelbaren Anteil des Mülls. Schmeißen wir es in die gelbe Tonne, wird es dort im Idealfall ausgesondert und verbrannt. Auch nicht sehr sinnvoll.
Das schlimmste ist aber, wenn wir es ahnungslos in den Bio-Müll werfen. Dann wird es in den Sortieranlagen mühsam ausgefiltert und erst wieder verbrannt.
Doch es gibt dann noch die Steigerung, dass es Konsumenten im guten Glauben auf den eigenen Kompost werfen. Dort verrottet erstens nicht und zweitens füttern sie ihren Kompost mit (wenn auch "nur" 10%) Mikroplastik!
Diese Komposterde verwenden sie dann für ihre Bio-Paradeiser und essen dann alles mit...


Greenwashing ist also nicht nur eine Lüge - es kann auch eine gefährliche Täuschung sein und das sollten wir verhindern. Wenn schon die Politik durch den Einfluss der Lobbyisten "geblendet" ist, dann entscheiden doch wir als Konsument und meiden weiterhin diese Supermärkte. Sie sind eigentlich die Haupttäter und durch unsere Kauf- bzw. Nichtkaufentscheidungen können wir sie zum Umdenken zwingen.

Es gibt vieles was den Supermärkte wichtiger ist als die Umwelt und bei einem treffen wir sie dabei am meisten:
Geld und Profit!

Man wird sich wundern, wie schnell diese dann auf einmal in der Lage sind wieder umzustellen... 

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