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Geschirrspülen und Umwelt - Teil 2

Mit wenigen Tricks zu einem gesunden Ergebnis!


Erst wenn man einmal die Chemiekeulen aus den Supermärkten und Drogerien weglässt, sieht man was diese (im negativen Sinn) geleistet haben. Da bleiben hartnäckige kleine Flecken oder auch einmal etwas Kalk, der sich in kleinen weißen Ablagerungen zeigt. Was Anfangs vielleicht ein wenig ärgert, ist nach genauerer Betrachtung eigentlich ein Segen. Daran sieht man welche Chemikalien in diesen Pulvern und Tabs sind.

Was kann passieren?

Kleine Rückstände können sich bei hartnäckigen Verschmutzungen zeigen. Wie im Hauptbeitrag erklärt, darf man da schon leicht Vorreinigen. Meist hilft Wasser und ein wenig mechanische Vorarbeit. Ich verwende eine alte Kreditkarte oder Bankomatkarte. Diese kratzt nicht und schmiegt sich wunderbar in Ecken.

Chemische Reiniger schaffen diese Flecken durch gentechnische Enzyme (Subtilisin, Protease,...) die das Eiweiß lösen oder giftige Phosophate (Phosphonate). Ich nehme da gerne die Gläserspüler aus einem Gasthaus her. 3 Minuten ohne (!) Wasserwechsel und selbst der Lippenstift der Tischnachbarin ist vom Glas verschwunden. Lediglich die Gefahrenzeichen: Ätzend, Gewässerschädigend, Reizend, usw. sehen Sie auf den Geschirrspülmitten nicht, da sie im Schrank des Lokals stehen. Sie trinken diese dann mit...

 

Kleine Ausfälle von Kalk verursachen weiße Flecken. Chemische Reiniger helfen sich da mit Carboxylaten und Salze. Normal ist das kein Problem, sollte es auftreten, helfen ein paar Tipps. Wie sieht das denn aus:

Am linken Bild sehen Sie so einen Kalkfleck. Um dies zu überprüfen, geben sie ein paar Tropfen Essig drauf. Ist es Kalk, schäumt dieser kurz auf und verschwindet ohne nachwischen zu müssen. Dann können Sie sicher sein, dass es nur ganz natürlicher Kalk aus ihrem gesunden Leitungswasser ist.


Auch in diesem Beispiel sehen die Kalkablagerungen die sich rund um (fette) Fingertapper bilden. Wiederum löst Essig diese auf ohne zu wischen.

Was lästig aussieht, sollte Sie freuen - ihr Wasser hat Mineralstoffe!


Strategie:

1. Schauen Sie bitte ob das Sieb sauber und ob Salz im Behälter vorhanden ist. Dieses sollte auch nicht verklumpt sein. Einfach mit einem Kochlöffelstiel hineinfahren und rühren.  Verwenden Sie bitte auch Salz, dass sich leicht auflöst. Am besten unser Spülmaschinensalz aus Österreich ;-)

2. Nehmen Sie einen sauren Klarspüler. Sie können sich einen aus Zitronensäure selber machen, oder Sie nehmen unseren Bio-Komplex aus dem Shop. Wir sind ja gegen herkömmliche Klarspüler, aber unser "saurer" darf es schon sein - oder eben ihre Zitronensäure-Mischung. Chemische Klarspüler enthalten Tenside und legen einen Film von Spülmittel über das Geschirr. Wenn Sie schon einmal mit der Hand abgewaschen haben, werden Sie wissen wie schön das Wasser dann abrinnt. Leider bleiben dabei die Spülmittelreste am Geschirr und sie lösen diese wieder mit ihrem Getränk oder Essen.
Unser Klarspüler löst nur den Kalk - ähnlich eines Bio-Entkalkers und legt keinen Film über das Geschirr.
Sollten Sie noch "alten" Klarspüler im Gerät haben, wirkt dieser natürlich eher kontraproduktiv. Unser Bio-Komplex-Pulver hätte gerne eine Unterstützung von einer Säure und der handelsübliche Klarspüler enthält Lauge...
In diesem Fall, waschen Sie noch solange mit ihrem alten Spülpulver und stellen dann Klarspüler und Pulver auf bio um.


3. Überprüfen Sie die Einstellung ihrer Maschine!
Die meisten Maschinen haben eine Werkseinstellung und keiner kümmert sich drum, da eben die chemischen Reiniger die Intelligenz Ihres (oft teuren) Gerätes ausschalten, indem diese ohnehin alle Komponenten vereint haben. Sie bräuchten also ähnlich wie bei Kombi-Tabs kein Salz und keinen Klarspüler. Das ist alles im Pulver. Carboxylate als Enthärter, Enzyme, Phosphor, usw. als Ersatz für die Logik der Maschine.
Ältere Maschinen haben einen Drehregler - neuere schon ein Elektronikprogramm und Einstellungen die Sie selber vornehemn kööen. Bei unserem Gerät in der Küche (wir haben einen Siemens), sieht das in der Bedienungsanleitung so aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier wird die Wasserhärte eingestellt und

 

hier die Klarspülermenge!

Die Schmutzerkennung bitte testen. Unser Siemens liefert ein besseres Ergebnis, wenn diese ausgeschalten ist. Dann läuft ein ganz normales Programm ab.

Abhängig von der Härte Ihres Wassers, nehmen Sie die Einstellung vor. Es ist wichtig, dass Sie hier halbwegs die richtigen Werte einstellen. Zu hartes Wasser führt zu Kalkflecken und zu weiches Wasser schwemmt den Reiniger nicht richtig ab. Wer sich schon einmal mit Wasser aus einer Enthärtungsanlage die Haare auswaschen wollte, weiß wovon ich spreche ;-)
Darum wird bei diesen Systemen meist wieder etwas hartes Wasser beigemischt, damit man auch den Schaum aus den Haaren bekommt.

Beim Klarspüler gehen Sie ruhig ein wenig nach oben, oder zumindest (in diesem Fall) auf 4 oder besser 5! Es kann ja bei unserem Klarspüler nichts passieren. Tensid-Spüler aus dem Supermarkt könnten schäumen oder zu viel von dem schmierigen Mittel auf deie Gläser bringen. Natürliche Säure macht ja nichts. Tauchen Sie ihr Glas in wenig Essig oder viel Essig (gelöst in Wasser). Sie werden keinen Unterschied merken. Gegen unseren Freund Kalk hilft es aber eben schon.


Wasserhärte richtig einstellen! Steht ja auch in der Anleitung ;-) Dies ist sehr wichtig um Kalkrückstände zu beseitigen. Chemische Reiniger lösen das ja mit deren giftigen Enthärtern.

Moderne Geschirrspüler sind schon für Bio-Waschmittel programmiert. Zusätzlich zu Energiewerten wie A+++, machen sich eben die Hersteller gottseidank auch Gedanken!



Seit ein paar Jahren haben die modernen Spüler auch Sensoren eingebaut. Diese dienen vorab einmal für das Erreichen der A+++-Wertungen (weniger Wasser und Strom), aber eben auch um das Programm optimal laufen zu lassen, wenn kein Spülmittel in der Maschine ist, das aufgrund seiner giftigen Inhaltsstoffe ohnehin das Geschirr in 2 Minuten blitzeblank "ätzt" wie es Spüler in der Gastronomie tun....

Ganz wichtig!!! ist die Sauberkeit der Siebe! Diese zu kontrollieren ist ja keine Arbeit und bringt viel. Bedenke Sie bitte, das Bio-Spülpulver im Gegensatz zu Chemiepulvern nicht alle Stoffe "verschwinden" lassen, da sie keine gentechnischen Enzyme haben die Eiweiß aufspaltet und keine Phosphate die organische Stoffe wegätzen. Freuen Sie sich über ein paar Ablagerungen, denn diese sind in Ihrem Sieb und nicht mit Chemie vermischt in den Flüssen und Meeren....



Lassen Sie Ihren Spüler wieder etwas Zeit (2-3 Waschgänge) bis er wieder seine Elektronik so justiert hat, dass sie eben so wirkt, wie sie diese ja auch um teures Geld bei Ihrem Modell bezahlt haben.

Wenn Sie dann ein Ergebnis bekommen mit dem Sie leben können, freuen Sie sich ganz einfach nur, denn Sie sind nun Wasserexperte und haben keine giftigen Rückstände am Geschirr.
Mit diesem Wissen und Ihrer "Feinarbeit" wird Ihnen dann klar, was eigentlich die chemischen Spülmittel für eine Arbeit erledigt haben und Sie werden sich noch mehr freuen, dass diese "Bomben" nun nicht mehr Ihr sauberes und gesundes Glas Wasser beeinträchtigen.
Genießen Sie diesen Schluck und sind Sie ruhig stolz auf sich - Sie haben einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt-, Gewässer- und Tierschutz geleistet und so ganz nebenbei zu Ihrer Gesundheit.... Prost! :-)


Geschirrspülen und Umwelt Teil 1 (bitte lesen)

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